Fast acht Wochen ist es nun her. Zwei Monate seit unser kleines Baby auf die Welt kam. Und sie ist schon soooo groß! Ich kann es immer nicht fassen, wenn ich sie anschaue und auf einmal neue Veränderungen bemerke wie z.B. dass ihre Beine endlich speckig geworden sind, der Kopf schon viel größer und der Blick viel wacher. Unser kleines Frühchen gibt sich alle Mühe, ganz schnell aufzuholen und dabei stellt sie unsere Welt total auf den Kopf…

Von Erwartungen und Vorstellungen…

Ich dachte: Nun ja, Babys schlafen viel. Bestimmt kann ich in der Zeit, in der sie tagsüber schläft, einiges erledigen und vielleicht den verlorenen Nachtschlaf durch einen Mittagsschlaf aufholen. Ich dachte: Ja, Stillen tut am Anfang weh aber nach ein paar Wochen gibt sich das und es läuft wie am Schnürchen. Ich dachte: Babys schreien immer mal wieder aber lassen sich durch viel Nähe und Tragen und Streicheln beruhigen, wenn ihnen sonst nichts fehlt. Pustekuchen! Meine Vorstellungen sind so weit von unserer derzeitigen Realität entfernt, dass ich nicht weiß, ob ich über meine Naivität lachen oder heulen sollte. Denn derzeit steht unsere Welt Kopf. Mathilda ist ein hoch sensibles und schlecht reguliertes Baby. Unsere Hebamme und Trageberaterin, sowie Frauenärztin und Osteopathin sind sich einig, dass das vermutlich auf ihr Geburtstrauma durch das schnelle (und vielleicht sehr unsanfte) Herausreißen beim Notkaiserschnitt und die turbulente und schwere Zeit danach mit Gelbsucht und Trennung von mir zurückzuführen ist. Hier habe ich Euch bereits davon erzählt. Die kleine Maus lässt sich einfach durch alles super schnell aus dem Konzept bringen. Sei es nur, dass sie sich verschluckt oder wegen irgend etwas erschreckt – dann geht ihre kleine Welt unter.

Stillen und andere Probleme

Nach wie vor hat Mathilda große Probleme beim Stillen. Bei 90% der Mahlzeiten schreit sie nach zwei Mal schlucken die Brust an, verweigert sie komplett und lässt sich kaum wieder beruhigen. Auf Dauer ist das echt ein ziemlich schlimmer Nervenkrieg, wenn man immer schon Angst vor der nächsten Mahlzeit hat. Und die steht nach dem Ende der letzten Mahlzeit immerhin gerade Mal in zwei Stunden meist wieder bevor 🙁 Deshalb waren wir auch ÜBERALL. Ich war bei einer Stillberaterin, mit der ich weiterhin in ständigem Kontakt stehe. Wir waren beim Kinderarzt, beim Logopäden, bei einer auf das Stillen spezialisierten Frauenärztin, bei einer Trageberaterin, die sich sehr gut mit dem Thema auskennt, beim Osteopathen und zu guter Letzt fahren wir am Montag noch extra drei Stunden nach Heidelberg zu einer Ärztin, die auf zu kurze Zungenbändchen spezialisiert ist. Wenn sie auch keine Lösung für uns hat, ist meine letzte Option leider, dass ich ab nächster Woche nur noch per Flasche füttere (abgepumpte Muttermilch). Momentan versuche ich es mit Stillhütchen, was immerhin in 60% der Stillmahlzeiten eine echte Verbesserung bringt. Noch geben wir nicht auf…

Das Schlafen ist unser zweites kleines „Problem“, denn Mathilda schläft einfach nicht gerne abseits von Arm oder Trage. Wir haben alles probiert. Federwiege, elektrische Baby-Wippe, erst im Tiefschlaf ablegen… nichts hilft. Sie mag einfach nur in der Trage, auf dem Arm oder auf unserer Brust liegend schlafen. Besonders nachts ist das natürlich schlecht realisierbar. Pucken (für nicht Mamas: das Baby ganz fest in ein Tuch einwickeln) hilft ganz gut, sodass wir sie nachts immerhin nach einer halben Stunde Tragen dann auch mal neben mir im Beistellbettchen ablegen können. Dieses „Problem“ haben Kaiserschnittbabys wohl oft, habe ich mir sagen lassen. Sie fürchten wohl den Verlust und brauchen die totale Mama-Nähe. Deshalb gebe ich Mathilda auch jede Nähe, die sie braucht. Niemals würde ich sie schreien oder quengeln lassen ohne sie auf den Arm zu nehmen, nur, damit ich in Ruhe schlafen kann. Auch, wenn meine Oma dazu meint, dass wir die Kleine „verwöhnen“. Meiner Meinung nach kann man Säuglinge in diesem Alter noch nicht verwöhnen, da sie nichts mit Intention, also Absicht, machen sondern lediglich ihre Bedürfnisse durch schreien oder quengeln deutlich machen und diese sollten m.E. in diesem Alter bedingungslos gestillt werden sollten.

Zahlen, Daten, Fakten

Es gibt jedoch auch erfreuliche Nachrichten 🙂 Mathilda hat die U3 gemeistert, also den dritten „Baby-TÜV“ erfolgreich bestanden. Ihre Hüfte ist super (ich hatte wirklich Angst, dass sie eine Spreizhose tragen muss) und auch sonst ist alles super entwickelt. Sie wiegt nun schon stolze 3750g bei einer Größe von 52cm. Immer häufiger lacht sie und schneidet (besonders wenn sie die Windel voll macht, haha) die lustigsten Grimassen. Baden findet sie mittlerweile echt entspannend. Wir baden sie übrigens ganz einfach im Waschbecken. Ist super praktisch und noch passt sie auch gut rein 🙂

Und wie geht’s uns…?

Tja, die meisten Mamis und Papis wissen es: die ersten Monate sind verdammt anstrengend! Wenn man so ein super pflegeleichtes Baby hat wie meine Schwester zum Beispiel, sieht das sicher noch etwas anders aus. Mit unserem kleinen, schlecht regulierten Frühchen ist derzeit einfach noch kein entspannter Alltag möglich. Darum genießen wir umso mehr die Momente, in denen wir beide mal mit BEIDEN Händen gemeinsam am Tisch frühstücken können oder die Maus tatsächlich mal ablegen und eine halbe Stunde Home-Workout durchpowern können. Und ja, ich freue mich tatsächlich auch, wenn ich mal ohne Baby in der Trage auf’s Klo gehen kann, haha 🙂

Rückbildung

Mein Körper meistert die Rückbildung wirklich super, wie ich finde. Mittlerweile habe ich keine Schmerzen mehr, die Kaiserschnittnarbe verheilt gut und auch die Rektusdiastase (der Spalt zwischen den Bauchmuskeln) geht langsam zurück. Für Sport hatte ich die letzten acht Wochen höchstens ein bis zwei Mal Zeit und Nerven und so saß/lag ich hauptsächlich mit Mathilda auf dem Sofa und habe wirklich (sehr) viel Schokolade gegessen. Zum einen, weil ich keine Zeit habe, etwas zu Kochen, zum zweiten, weil ich keine Hände frei habe, um etwas zu kochen und zum dritten, weil ich die Nervennahrung brauche 😉 Trotzdem bin ich schon wieder einigermaßen zufrieden mit meinem Körper. Es fehlen noch etwa 6-7kg zu meinem Gewicht von vor der Schwangerschaft. Ich bin zuversichtlich, dass ich die auch wieder loswerde, wenn ich erst einmal wieder Sport machen kann 🙂 Ganz bald gebe ich Euch dann auch ein Update zu meinem „neuen“ Fitness-Lifetyle und welche Übungen ich nach der Schwangerschaft bevorzuge.

Das wär’s erst einmal 🙂 Wenn Ihr noch Fragen habt oder Euch für ein bestimmtes Thema besonders interessiert, schreibt mir gerne in den Kommentaren. Ich freue mich 😉

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