Als werdende Eltern werden wir täglich mit angeblichen „Must-Haves“ für unser Baby überschüttet. Ist natürlich auch ein dankbarer Markt. Man spielt hier viel mit Ängsten und Sorgen der Eltern, schließlich will so ziemlich jeder nur das Beste für sein Kind und auf keinen Fall etwas falsch machen oder verpassen. Auch im Bereich der Babyschalen nicht. Fakt ist: die braucht eigentlich jeder. Zumindest, wer sein Kind auch einmal mit dem Auto transportieren will, denn dann ist eine Babyschale Pflicht. Bloß…welche von den vielen Modellen soll es sein? Damit Ihr nicht genau so überfordert seid wie ich, wenn es an die Kaufentscheidung geht, stelle ich Euch heute unsere Babyschale vor und gebe Euch ein paar Tipps für die Entscheidung 😉

Die Kiddy Evoluna i-size*

Wir haben uns für den Testsieger entschieden 🙂 Machen wir uns nichts vor: jeder will für sein Baby nur das Beste. So auch wir. Die Evoluna i-size ist der Testsieger in der Gruppe der Sitze für Neugeborene. Unter den 26 von der Stiftung Warentest und dem ADAC getesteten Babyschalen und Kindersitzen erhielt sie als einzige in beiden Tests das Urteil „sehr gut“ (1,5). Hier die Vor- und Nachteile einmal im Überblick:

+ erstklassiger Unfallschutz
+ hervoragende Schlafposition
+ leichte Handhabung mit Isofix
+ einfaches Verstellen des Schultergurtes

– sehr groß, dadurch schränkt sie in Liegeposition bei einigen Fahrzeugen die Nutzung des Beifahrersitzes ein
– nur befriedigende Schadstoffbilanz

Warum wir uns für die KIDDY entschieden haben

Das erste Entscheidungskriterium war für uns die Sicherheit. Wie zuvor bereits geschrieben, bietet die KIDDY hier exzellenten Unfallschutz und hat uns dadurch überzeugt. Zudem sind die Babyschalen von KIDDY derzeit die einzigen auf dem Markt mit komplett flacher Liegeposition. Nach einiger Recherche und Gesprächen mit meiner Schwester und anderen Müttern kam für uns nur eine Babyschale mit fast oder komplett flacher Liegeposition in Frage. Hintergrund ist folgender: Babys sollten nicht lange im Sitzen transportiert werden. Die Knochenstruktur ist noch weich und formbar und die Wirbelsäule noch nicht sehr stabil. Dadurch kann das Gewicht des Kopfes bei längeren Autofahrten auf den Rücken drücken, der dadurch krumm wird, was durch die gekrümmte Form herkömmlicher Babyschalen noch verstärkt wird. Diese gekrümmte Haltung ist zudem schlecht für die Atmung. Auch deshalb sollte man sein Kind nicht in „normalen“ Babyschalen mit dem Kinderwagengestell spazieren fahren. Zumindest nicht lange. Mit der KIDDY hingegen wäre das in Liegeposition durchaus möglich, da durch die patentierte KLF – „KIDDY Lie-Flat“-Funktion der Effekt mit der gekrümmten Haltung nicht bzw. erst viel später eintritt. Dies bestätigt auch die AGR (Aktion Gesunder Rücken e.V.).

Ein weiteres Kriterium ist die Mitwachsfunktion, die zugegeben aber auch die meisten anderen Babyschalen mittlerweile bieten. So lässt sich die KIDDY mit einem Frühchen- und einem Neugeborenen-Einsatz oder aber der normalen Polsterung ausstatten. Alle Bezüge sind maschinenwaschbar. Wenn das Kind wächst, kann auch die Höhe der Schultergurte mit wenigen Handgriffen individuell angepasst werden. Was ich persönlich gut finde: Der Gurt lässt sich leicht lösen, ist jedoch so fest, dass Kinder ihn durch Drücken ziemlich sicher nicht aufmachen können.

Kleines Manko: mit circa 4,9kg ist die Kiddy Evoluna i-size kein Fliegengewicht. Aber ok, wir werden sie dank der Liegefunktion vermutlich ohnehin viel auf dem Kinderwagengestell schieben und wenn die Kleine zu schwer wird, muss der starke Papa das Tragen übernehmen :-). Auch der Preis von etwas über 400€ ist auf den ersten Blick echt happig. Allerdings ist hier bereits die Isofix-Base 2 enthalten, die bei den meisten anderen Babyschalen noch hinzu gekauft werden muss und auch nicht gerade günstig ist. Die Sicherheit muss schließlich auch irgendwo herkommen und somit fanden wir das Preis-/leistungs-Verhältnis absolut akzeptabel.

Darauf solltest Du bei der Wahl einer Babyschale achten

1. Sicherheit

Das wohl wichtigste Auswahlkriterium bei Babyschalen ist definitiv die Sicherheit. Sollte es zu einem Unfall kommen, muss Dein Baby optimal geschützt sein. Ohne Wenn und Aber. Wenn Du unsicher bist, ob der Fachverkäufer Dir das Richtige sagt, schau Dich in den zahlreichen Tests (z.B. Stiftung Warentest oder ADAC) um und mach Dir ein Bild von den Testergebnissen. Babyschalen werden hier übrigens meist als Gruppe 0 oder Gruppe 0+ bezeichnet.

2. Isofix

Für mich bedeutet eine Befestigung mit Isofix mehr Sicherheit. Auch, wenn es praktisch ist, dass man manche Schalen auch mit dem Dreipunkt-Gurt anschnallen darf, gefällt mir die stabile Isofix-Variante besser. Dieser Art Basis-Station wird mit dem Auto durch Ösen zwischen Lehne und Sitz verbunden. Die Babyschale kannst Du dann einfach einklicken. Der große Vorteil: Du kannst so auch keine Fehler beim Anschnallen mit dem Gurt machen. Damit du Isofix-Systeme nutzen kannst, muss dein Auto die entsprechenden Isofix-Vorrichtungen haben und für die Babyschale Eurer Wahl zugelassen sein. Infos dazu findest Du meistens auf den Internetseiten der Hersteller.

3. Vorsicht bei gebrauchten Babyschalen

Babyschalen sind teuer, keine Frage. Gebrauchte Modelle sind günstiger und oftmals auch super intakt. Ich persönlich würde eine gebrauchte Schale jedoch ausschließlich von einer Person kaufen, der ich zu 100% vertraue. Sprich: von einem Familienmitglied oder einer Freundin. Denn egal wie „gut“ die Schale äußerlich aussieht: Wenn sie einmal hingefallen ist oder selbst nur einen leichten Auffahrunfall mitgemacht hat, können in ihrem Inneren feinste Haarrisse entstanden sein, die sie beim nächsten Unfall zu einer nicht mehr sicheren Schale machen. Und wie bereits gesagt: in Sachen Sicherheit sollte man wirklich keine Abstriche machen

4. Auf die Größe kommt es (manchmal eben doch) an

Denn im Falle einer Babyschale entscheidet die Größe darüber, wie lange Euer Baby hinein passt. Je länger das Baby in der Schale transportiert werden kann, desto später braucht man natürlich einen anderen Kindersitz. Wann Du einen neuen Sitz brauchst hängt entscheidend von zwei Faktoren ab: von der Größe und dem Gewicht Deines Babys. Die gängigen Schalen kann man in der Regel bis 13kg Körpergewicht verwenden. Wenn der Kopf Deines Babys über den oberen Schalenrand hinausragt, ist ebenfalls ein größerer Sitz notwendig. Wenn die Füße etwas über die Schale hinausragen, ist das nicht so schlimm.

5. Tragekomfort

Beim Thema Tragekomfort ist meist das Gewicht der Babyschale entscheidend. Hier gibt es deutliche Unterschiede. Wenn Du im Fachgeschäft ein paar Schalen ausprobierst, frag unbedingt nach einem Gewicht. Viele Geschäfte haben hierfür beispielsweise Sandsäcke oder Ähnliches, die man in die Schale hineinlegen kann. So kannst Du direkt teste, wie schwer die Schale wohl mit Baby sein wird. Natürlich ist das Gewicht dann besonders entscheidend, wenn Du die Babyschale auch mal ein paar hundert Meter tragen musst oder Dein Baby darin z.B. einmal kurz in den Supermarkt mitnehmen willst, usw. Wenn die Babyschale aber hauptsächlich auf dem Kinderwagengestell (mittels Adapter) oder im Auto zum Einsatz kommt, dürfte das Gewicht keine so große Rolle spielen.

Mit diesen Tipps solltet Ihr für die Auswahl und den Kauf Eurer Babyschale ganz gut gewappnet sein 🙂 Falls Ihr noch weitere Tipps habt oder für Euch vielleicht ganz andere Faktoren entscheidend waren, schreibt sie mir gerne in die Kommentare 🙂

*Die Babyschale von KIDDY wurde mir für den Blogpost freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

3 comments

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Wir sind mit der BeSafe Babyschale sehr zufrieden, die hat auch im ADAC Test gut abgeschnitten.

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Mein Bruder ist am Sonntag auch Papa geworden, es kann wirklich ganz schön schwierig sein, sich für das richtige zu entscheiden bei der großen Auswahl, da habe ich es direkt mit bekommen….
Toller Post!

Liebste Grüße, Nicky

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