Mit dem Baby um die Welt reisen, vielleicht während der Elternzeit. So schnell es geht, mit unserer Maus an unseren Sehnsuchtsort Hawaii zurückkehren. Einfach reisen, so viel es geht. Und das als Familie. Soweit unsere Pläne. Dass das in unserer Vorstellung alles etwas einfacher und entspannter klingt, als es tatsächlich ist, hatte ich mir beinahe schon gedacht, haha 🙂 Deshalb fangen wir erst einmal klein an. Ein kurzer Flug, eine Woche Urlaub, einfach mal testen, wie es sich mit Baby so auf Reisen verhält. Wie diese Feuertaufe geklappt hat, wo es für uns hin ging und ob wir jetzt wirklich zur all-time-travelling-family werden, verrate ich Euch in diesem Blogpost!

Ab nach Griechenland – oder sind wir hier in der Südsee?

Mallorca, Sardinien, Kreta? Welches Ziel ist wohl geeignet für den ersten Urlaub als Familie? Nicht viele sind so mutig, für den ersten Flug mit Baby gleich eine Fernstrecke zu wagen. Wir gehören definitiv auch nicht dazu und hatten zugegeben schon bei kurzer Flugstrecke ziemlich Bammel, ob unsere kleine Quengeltante Mathilda uns und allen Mitreisenden wohl den Spaß an Flugreisen vermiesen wird, haha 🙂 Also erst einmal Europa. Zugegeben, wir sind nicht die größten Europa-Fans. Uns zieht es irgendwie in die Ferne. Doch dass wir Mathilda mit 7 Monaten keine knapp 24-stündige Anreise nach Hawaii zumuten wollen, das wussten wir bereits, als sie nicht einmal auf der Welt war. Dass sich unser Bild von Urlaub an europäischen Gewässern noch ändern sollte, das hätten wir aber nicht erwartet.

Passend zu unserer Urlaubsplanung und akribischen Suche nach einem geeigneten Ziel, bekam ich vom Reiseveranstalter Ltur die Anfrage, ob ich nicht Griechenland entdecken möchte. Eine kurze google Runde später war klar, Chalkidiki bekommt eine Chance, uns von den wirklich schönen Ecken Europas zu überzeugen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Kristallklares türkises Wasser in einsamen Buchten und an menschenleeren Stränden. Alte Dörfer, nette Menschen und dazu noch ein Klima, das mit Baby nicht besser hätte sein können, da es im Mai noch angenehme Temperaturen hatte und nur wenig Niederschlag.

Chalkidiki ist berühmt für seine drei wie Finger aussehenden Halbinseln Kassandra, Sithonia und Athos. Jede dieser Regionen bietet etwas Anderes. Ob die aufgeweckte Kassandra, die Naturschönheit Sithonia oder die Mönchsrepublik Athos – für jeden ist hier etwas dabei. Unser Weg führte auf die sehr grüne Sithonia, die mit unzähligen kleinen Buchten und insgesamt 550km Strand ideal für Sonnenanbeter und Badenixen ist. Ohne Baby hätten wir sicher auch das gesamte Wassersportangebot ausgeschöpft. Bootfahren, Stand-Up-Paddling, Tauchen, Jetski fahren – hier wird wirklich alles angeboten.

Rund um die Halbinsel mit dem Mietwagen

Mit unserm Mietwagen haben wir eine Woche lang die Region erkundet und sind immer wieder auf neue schöne Orte und Strände gestoßen. An dieser Stelle ein kleiner Einwand für Baby-Eltern: Nehmt unbedingt (!) Eure eigene Babyschale mit. Die Mietwagenanbieter nehmen es hier mit der Sicherheit nicht so ernst und die Schalen und Sitze sind alles andere als neuwertig! Mit einem Mietwagen ist man super flexibel, kann immer dann anhalten, wenn man etwas Schönes entdeckt hat – oder eine frische Windel her muss, haha 🙂 Auf unseren Rundfahrten hat uns ganz besonders das kleine Städtchen Nikiti gefallen und hier insbesondere die Altstadt.

Die ruhigen Gässchen kann man entlangspazieren bis hoch zur Kirche Agios Nikitas, von der aus man den Weitblick bis zum Meer hinunter genießen kann. Wer lieber baden mag, für den gibt es hier wirklich unzählige kleine Buchten. Die meisten sind gut ausgeschildert, sodass man nicht groß planen muss sondern einfach dort anhalten kann, wo man es am Schönsten findet. Unsere Lieblingsstrände waren der mini kleine Spathies Beach, Kavourotrypes Beach und Karidi Beach. Das Wasser ist hier traumhaft türkis und klar und die Strände waren (zumindest im Mai) noch ziemlich ruhig und nicht überfüllt.

Wie war denn nun der erste Urlaub mit Baby?

Unser erster Urlaub zu dritt war vor allem eins: anders! Dass man mit Baby immer den halben Hausstand spazieren fährt, das dürften die Mamis, die das hier lesen bereits kennen. Aber auch im Urlaub bekommt man schnell eine Art Packroutine für Ausflüge. Mit Kind braucht man vor allem Zeit. Man kann nicht mehr von jetzt auf gleich losdüsen, weil der Sonnenuntergang gerade so schön aussieht. Ebenso wenig, kann man irgendwo hinfahren, um den Sonnenuntergang anzuschauen und dann durch die dunkle Nacht zurückfahren mit einem übermüdeten Baby im Auto, das in der Babyschale einfach nicht zur Ruhe kommt. Diese Einschränkungen bieten, finde ich, eine ganz besondere Chance. Man entdeckt eine ganz neue Art der Langsamkeit, der Entschleunigung. Trotzdem mussten wir uns erst einmal daran gewöhnen, die Tagesplanung im Urlaub babygerecht zu gestalten und uns eben nur ganz wenige Ziele vorzunehmen.

Für uns war der erste Familienurlaub auch eine Feuertaufe, was das Fliegen mit Baby angeht. Davor hatte ich im Vorhinein eigentlich die meiste Sorge. Im Nachhinein war es halb so schlimm. Beim Start habe ich Mathilda eine Flasche gegeben. Zugegeben, das Timing muss stimmen und ist nicht ganz einfach zu kalkulieren. Mein Tipp: Wirklich erst die Flasche geben/stillen, wenn das Flugzeug in Startposition steht. Stillen ist natürlich noch viel praktischer, weil lästiges Fläschchen zubereiten auf engem Raum entfällt. Ich habe Mathilda einfach fertig gemischte Milch (sehr heiß) in eine Thermoskanne abgefüllt. Beim Einsteigen ins Flugzeug habe ich dann, sobald wir saßen, die Milch in ihre Trinkflasche umgefüllt, wo sie bis zum Start abkühlen konnte. Durch das Schlucken der Milch (Essen funktioniert übrigens auch) können die Kleinen den Druckausgleich besser meistern. Danach gab es bei uns einen Hirsekringel (die liebt Mathilda) zur Ablenkung und natürlich ausreichend Bespaßung mit Spielzeug. Zum Einschlafen habe ich sie dann herumgetragen und mich mit ihr schlafend im Arm sogar wieder hinsetzen können.

Ob wir bald wieder verreisen…?

Na klar! In Gedanken plane ich schon unsere nächste Reise. Wo es genau hingeht, bin ich mir aber noch nicht sicher. Fakt ist: ich traue mich jetzt auch, einen längeren Flug in Angriff zu nehmen. Aber ich habe nach unserem Urlaub in Chalkidiki ebenso gelernt, dass auch ohne langen Flug viele wunderschöne Orte zu erreichen sind. Eine Weltreise? Denkbar! Aber erst einmal noch nicht. So etwas muss natürlich auch zeitlich und jobtechnisch in die Planung passen. Aber viel Reisen möchten wir mit Mathilda auf jeden Fall!

Was meint Ihr? Würdet Ihr mit Kind direkt Fernreisen unternehmen oder seid Ihr eher der Typ, der auch gerne innerhalb Deutschlands oder Europa verreist? Schreibt es mir gern einmal in die Kommentare 🙂

Meine Gastartikel inklusive ausführlichem Sithonia-Guide und Hotelreview findet Ihr übrigens HIER 😉 Wenn Ihr außerdem sehen wollt, was die anderen Ltur-Blogger so aus Griechenland berichten, dann bitte hier entlang.

 

5 comments

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Huhu! Das klingt doch alles super. Ich würde auch gerne eine Fernreise mit Baby unternehmen, aber wir testen uns auch erst langsam ran. Der erste Flug ging nach London und hat trotz 3 Stunden Verspätung super geklappt. Der nächste geht erstmal nach Menorca und dann mal schauen, ob wir uns Ende des Jahres an Asien trauen. Dann wäre Noah 15 Monate alt. 🙂 Liebe Grüße! Jenny

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Wir sind gerade im ersten Urlaub zu dritt auf Gran Canaria. Wir werden definitiv noch oft mit unserer kleinen Maus verreisen, aber eine Fernreise wäre mir noch zu lang. Zim Thema Urlaub in Europa, wir waren vor zwei Jahren in Portugal in Albufeira, das war traumhaft schön.

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Wir sind gerade zu dritt in Thailand. Unsere Fritzi ist jetzt 9 Monate und macht das alles so toll mit! Wir sind insgesamt 6 Wochen unterwegs (haben die Elternzeit genutzt) und haben auch Japan schon hinter uns. Tokyo, Kyōto, Osaka, Bangkok, Und Koh Tao. Der erste Flug ach Tokyo ging 6 Stunden, dann einmal umsteigen und dann nochmal 10 stunden. Ich hatte so nen Bammel davor und was war? Nichts. Die kleine hat Start und Landung absolut null beeindruckt. Keine Tränen. Das lief echt alles wie geschmiert. Das war prima. Dafür hatten wir einen 1stündigen Flug, der voll in die Hose ging. Es war genau zu ihrer Schlafenszeit und diesmal kam sie einfach nicht zur Ruhe :-/ aber das hätte auch überall passieren können…
außerdem war ich ziemlich beeindruckt davon, wie schnell sich Fritzi an die Zeitverschiebung gewöhnt hatte! Das ging echt Ruck zuck.
Entschleunigend find ich den Urlaub mit Baby total. Das stimmt. Aber im positiven. Ich bereue jedenfalls nichts und kann es jedem nur empfehlen.

Liebe Grüße

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Klingt klasse. Danke für den Flug Tipp!
Wir fahren tatsächlich auf Fernreise, wenn Baby 10 Monate ist. Ob es klug war, erzähl ich danach
:))

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Wir ziehen bald von Nord-nach Süddeutschland und dann werden Baby und ich eher fliegen als Bahn fahren. Nächstes Frühjahr gehts nach Teneriffa. Da bin ich mal gespannt, dann ist sie schon 1 Jahr alt:)

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