Als auf dem zweiten Schwangerschaftstest, den ich machte schließlich „schwanger 3+“ stand, war ich erst erstarrt vor Schreck, dann fing ich an zu heulen und schließlich wurde mir die Verantwortung bewusst, die ich ab sofort tragen müsste. Wie wahrscheinlich jede werdende Mama wollte ich absolut ALLES richtig machen. Zum Glück, hatte ich bereits ab diesem Moment meine Schwester als „Partner in Crime“ an meiner Seite, die gerade Ihr zweites kleines Wunder im Bauch trägt und mir super Tipps geben konnte. Was sollte ich jetzt tun? Was beachten? „Erstmal einen Termin beim Frauenarzt machen und kauf Dir Folsäuretabletten.“ Okay, klingt noch ganz einfach. Aber was man dann alles so liest über Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere, das kann einen wirklich überfordern. Und deshalb bringe ich für Euch heute einmal etwas Licht ins Dunkle 😉

Zunächst: Alles kann, nichts muss

Phamakonzerne machen ein Milliardengeschäft mit werdenden Müttern. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Man will einfach nichts falsch machen und seinem Kind auf gar keinen Fall etwas vorenthalten oder es sogar schädigen. Fakt ist aber, dass sehr, sehr viele Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere absolut unnötig sind. Wer sich ausgewogen ernährt (ja, auch Vegetarier dürfen in der Schwangerschaft auf Fleisch verzichten) und auf sich achtet, benötigt kein großes Lager an Pillen und Pulvern. In der Schwangerschaft hat Frau einen gesteigerten Bedarf an Folsäure, manchmal benötigen wir auch mehr Eisen und Magnesium (KEIN Sulfat!) ist auch nicht schlecht (mehr dazu weiter unten ;-)).

Sind Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere also unnötig?

Wem die regelmäßige Einnahme von Femibion und Co. Hilft, dem will ich das auf keinen Fall ausreden. Wer sich mit den Mitteln psychisch oder physisch wohler fühlt, darf dafür gut und gerne Geld ausgeben. Dennoch schadet es nicht, sich über die Sinnhaftigkeit Gedanken zu machen und genauer zu erforschen, was überhaupt nötig ist. Ökotest beispielsweise hat im letzten Jahr Nahrungsergänzungsmitteln für Schwangere unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass außer Jod und Folsäure alles über eine ausgewogene Ernährung abgedeckt werden kann. Das Ergebnis des Tests ist erschreckens. Von den 17 Präparaten fielen 14 mit „ungenügend“ durch. Dazu gehören Alphabiol Schwangerschaft, Menssana Multi, Orthomol Natal und Femi Baby, sowie Femibion 2. Femibion 1 erhielt „mangelhaft“. Am besten schnitt noch Folio ab – mit dem Gesamturteil „ausreichend“. Den Test zum Nachlesen findet Ihr hier.

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere

Was sollte ich also einnehmen?

Öko-Test empfiehlt Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere trotzdem weil unser Körper sich sogar bei guter Ernährung schlecht allein mit Folsäure, Vitamin D und Jod versorgen kann. Präparate mit Eisen sollten aber nur nach Absprache mit dem Arzt und nach Feststellung eines Mangels eingenommen werden. Die Meinung von Ökoest kann ich nachvollziehen. Ich persönlich nehme Folsäure, Jod und Magnesium ein. Folsäure ist wichtig. Empfohlen sind bei Schwangeren 550 Mikrogramm. Die Angaben sind aber unterschiedlich, auch was die Frühschwangerschaft betrifft. Also besser noch einmal den Arzt fragen! Jod nehme ich ebenfalls ein, allerdings ist dieses bereits in meinen Schilddrüsentabletten enthalten, weshalb sich für mich in der Schwangerschaft hier nichts geändert hat. Magnesium kann man einnehmen, wenn man Kopfschmerzen hat oder unter Krämpfen leidet. Aber auch bei Darmträgheit und Verstopfung (ja, das ist leider sehr wahrscheinlich) hilft das Spurenelement weiter.

Was ist mit Fischöl?

Immer wieder wird auch Fischöl empfohlen, um den Bedarf an DHA (Omega-3-Fettsäuren) zu decken. Diese spezielle Fettsäure soll sich laut Studien positiv auf die Entwicklung des Gehirns auswirken. Allerdings sind diese Studien nicht unbestritten. Da ich persönlich keinen Fisch (fetter Meeresfisch wäre ideal) esse, mache ich ein paar Mal pro Woche ein bis zwei Esslöffel Leinöl (geschmacksneutral) in mein Müsli.

Mein Fazit:

Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung lassen sich fast alle Bedarfe ausreichend decken. Einen Mangel bemerkt man zuerst bei sich selbst, da das Baby sich im Normalfall einfach alles nimmt, was es braucht und der Mama dann beispielsweise Calcium und Eisen „klaut“. Natürlich solltet Ihr dennoch mit Eurem Arzt Rücksprache halten, was in Eurem Fall empfehlenswert ist.

5 comments

Antworten

Ich musste am Ende die Eisentabletten nehmen, weil selbst meine Eisenspeicher schon sehr leer waren. Da hat auch kein Eisensaft mehr ausgereicht.

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Ich habe Folsäure und Vitamine genommen. Was tut man nicht alles für sein Kind wenn der Arzt es empfiehlt…
LG Kati
http://www.kuchenkindundkegel.de

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Interessant was es da alles gibt! Noch muss ich mich damit aber nicht beschäftigen 😀
Lg

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“Dann fing ich an zu heulen“ typisch hehe.
Ich halte so erstmal schon etwas von Nahrungsergänzungsmittel. Aber für Schwangere? Da sollte schon ein Ärztlicher Rat ins Spiel kommen….

LG. Noah
https://noahjoels.wordpress.com/

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Ein sehr Informativer Bericht
Noch brauche ich das alles nicht da ich nicht schwanger bin
Aber sollte es mal soweit sein werde ich sicher an diesen Bericht denken
Lg Denise

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