Wenn man mit einer größeren Gruppe essen geht, kann einem schon Mal der Appetit vergehen. Der Eine darf keine glutenhaltigen Lebensmittel essen, die Andere verträgt keine Milchprodukte, wieder ein Anderer ist histaminintolerant und die Freundin darf keinen Fruchtzucker essen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten scheinen „voll im Trend“ zu sein.

Doch was ist eigentlich eine richtige Nahrungsmittelintoleranz und was eine Allergie? Und wie finde ich heraus, ob ich irgendein Lebensmittel lieber meiden sollte? Taugt ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest für zuhause? Das möchte ich Euch in diesem Blogpost kurz und verständlich erläutern.

Der Unterschied zwischen Intoleranz und Allergie

Eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln kann allergischer Natur oder die Folge pseudoallergischen Reaktionen sein. Sie können sowohl Verdauungsbeschwerden auslösen als auch Hautirritationen oder in schlimmeren Fällen sogar Atembeschwerden und Kreislaufstörungen.

Nahrungsmittelallergien oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden auch als allergische Lebensmittelhypersensitivität bezeichnet, sind also eine Allergie. Diese Überempfindlichkeit auf bestimmte Nahrungsmittelist eine echte Allergie. Das bedeutet, dass das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion auf bestimmte Nahrungsbestandteile (besonders Proteine) reagiert.

Nahrungsmittelintoleranzen sind ebenfalls Unverträglichkeiten, allerdings ist im Gegensatz zur Nahrungsmittelallergie kein Abwehrmechanismus des Immunsystems nachweisbar.

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Nahrungsmittelunverträglichkeitstest zuhause durchführen

Es gibt viele verschiedene Anbieter (z.B. von cerascreen oder ImuPro), die Nahrungsmittelunverträglichkeitstests für zuhause anbieten. So kann jeder selbst testen, ob Allergien bestehen, ohne dafür zum Arzt gehen zu müssen. Ich selbst habe vor einigen Wochen den Test von Kiweno*durchgeführt. Er kommt in einem kleinen Set nach Hause und Ihr könnt ihn direkt durchführen. Mit einem kleinen Aufsatz piekst man sich in den Finger, was total easy ist, weil man quasi nur ein Knöpfchen drücken muss und nicht aktiv mit einer Nadel in die Fingerkuppe sticht. Dann lässt man etwas Blut in ein Röhrchen tropfen, welches man einschickt. Nach wenigen Tagen erhält man eine SMS mit der Nachricht, dass das Testergebnis vorliegt und online abrufbar ist. Das Testergebnis sieht dort dann so aus:

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Blöd, dass ich so gut wie auf alles scheinbar allergisch reagiere. Außer auf Fisch. Allerdings fällt dieser aufgrund meiner vegetarischen Ernährung auch raus. Was also darf ich überhaupt noch essen? Ich habe mich dagegen entschieden, alle Lebensmittel, die in meinem Testergebnis gelb oder rot markiert sind komplett oder zeitweise zu meiden, denn dann hätte ich schlichtweg gar nichts mehr essen dürfen 🙁

Solche Tests sind meiner Meinung nach super, wenn man mal schauen möchte, was man eventuell gar nicht verträgt. Sie lösen dadurch vielleicht einen „Aha-Effekt“ aus, wenn man beispielsweise nie damit gerechnet hätte, dass man vielleicht vom morgendlichen Soja-Latte Bauchschmerzen bekommt, weil man kein Soja-Eiweiß verträgt. Allerdings ist so ein Nahrunsmittelunverträglichkeitstest auch mit Vorsicht zu betrachten.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten lieber beim Arzt testen lassen

Viele Labore vertreiben solche Tests und nicht alle Schulmediziner sind davon begeistert. Wieso? Diese sogenanngen IgG-Tests testen Antikörper, die der menschliche Körper bei Kontekt mit bestimmten fremden Proteinen bildet. Allerdings bildet der Körper diese Antikörper als absolut normale Reaktion. Ein hoher IgG-Spiegel zeigt somit keine Nahrungsmittelunverträglichkeit an, sondern nur den vorangegangenen Konsum des entsprechenden Nahrungsmittels.Wer mehr dazu wissen möchte, liest sich diesen Artikel aus der Pharmazeutischen Zeitung durch.

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Nahrungsmittelunverträglichkeit seriös testen

Mit folgenden Methoden könnt Ihr Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Intoleranzen testen lassen:
  • Hauttest / Pricktest: Hier werden – meist auf dem Unterarm – verschiedene Lösungen mit Allergenen durch ganz kleine Piekser unter die Haut gebracht. Die Reaktion darauf wird dann vom Arzt beobachtet und interpretiert
  • Bluttest auf Antikörper vom Typ IgE: NICHT IgG! IgE produziert der Körper gegen Stoffe, die das Immunsystem als gefährlich einstuft
  • Provokationstest: Der Betroffene isst das Nahrungsmittel, gegen das er vermutlich allergisch ist. Der Test kann das Ergebnis von Blut- und Hauttest bestätigen. Er darf nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden, da bei schweren Nahrungsmittelallergien ein gefährlicher anaphylaktischer Schock droht.
  • Auslassungsdiät: Hier wird auf ein bestimmtes Lebensmittel eine Zeit lang komplett verzichtet. Nach und nach wird es wieder in den Speiseplan eingebaut, um zu sehen, wie die Beschwerden sich entwickeln.
  • Wasserstoffatemtest bei Laktose- und Fruktoseintoleranz: Beim Arzt wird für den Test Milch- beziehungsweise Fruchtzucker konsumiert. Liegt eine Intoleranz vor, gären beide Substanzen im Darm, wobei auch Wasserstoff entsteht, der zum Teil ins Blut übergeht und schließlich ausgeatmet wird. Der Arzt misst deshalb den Wasserstoffgehalt der Atemluft.
  • Diagnose von Glutenunverträglichkeit: Per Bluttest wird sucht der Arzt nach speziellen Antikörpern gegen das Klebereiweiß Gluten sowie Autoantikörpern. Zusätzlich wird in der Regel eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm untersucht.

Fazit: Ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest für zuhause bietet den Vorteil, dass man schnell und unkompliziert einen Eindruck bekommt, gegen was man eventuell eine Unverträglichkeit hat. Nachteil ist, dass so ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest wissenschaftlich sehr umstritten ist und man sich eventuell stark einschränkt, was die Lebensmittelauswahl angeht, ohne einen organischen Grund dafür zu haben.

Was meint Ihr? Habt Ihr auch Unverträglichkeiten und wenn ja, wie wurden diese getestet? Ich freue mich über Eure Kommentare 🙂

*Der Test wurde mir freundlicherweise von Kiweno kostenlos zur Verfügung gestellt.

3 comments

Antworten

Wie du schon sagst, lieber beim Arzt sowas testen lassen. Ich bin ja jemand der großes Glück hat und theoretisch alles Essen könnte wenn ich wollen würde.
Ich nehme die Allergien von Freunden sehr ernst, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl dass manche mit dem Satz „Nein ich habe eine gluten-intoleranz“ einfach so hausieren gehen 😀 Einfach weil es aktuell ein Thema ist

Liebe Grüße
http://hydrogenperoxid.net/blog/

Antworten

Huhu..

Also dass es so einen Test gibt, für einen selber wusste ich gar nicht.
Meinen Test habe ich ganz ohne piksen beim Arzt machen lassen.
Ich finde die Idee an sich ganz klasse, aber ich bleibe dann doch lieber auf der sicheren Seite und verlasse mich auf mein Arzt ^^.
Trotzdem schöne und vor allem interessante Vorstellung.

Alles liebe

Antworten

Ich halte von solche Tests nicht so viel. Ich habe Allergien und die haben teilweise nur über den Antikörpertest gezeigt haben. Wenn man glaubt, etwas zu haben, geht man zum Arzt oder zu mehreren Ärzten und, dafür sind sie schließlich da. Solche Unternehmen verdienen mMn nur Geld an Unwissenheit & Unsicherheit, die teilweise durch solche Unternehmen selbst im Umlauf gebracht werden.

Gruß&Kuss
Johanna

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