Passend zur kalten Jahreszeit, in der man ja durchschnittlich NOCH mehr sitzt und sich einkuschelt, statt draußen ein paar Schritte zu gehen, hat mich meine neue GARMIN Vivoactive 4S erreicht, die ich seit November teste. Was ich mir gewünscht habe, war ein Fitness-Tracker, der mir möglichst viel bietet und den ich nicht ausziehen möchte und auch nicht muss. Was die neue Uhr kann, ob ich zufrieden bin und sie weiterempfehle, möchte ich Euch heute gerne verraten.

Endlich eine Uhr für zierliche Handgelenke!

Zunächst ein paar Worte zum Design. Was mir an der Vivoactive 4 besonders gefällt: Es gibt sie in zwei Größen! Ich habe mich für die 4S entschieden (S = small). Sie ist vom Durchmesser deutlich kleiner als andere Tracker (zum Beispiel auch kleiner als meine Vivomove HR) und daher einfach viel besser für meine sehr zierlichen Handgelenke geeignet. Beim Design ist Garmin ansonsten keine großen Experimente eingegangen. Die Farben sind sportlich elegant und wie ich finde nicht zu ausgefallen. Das Design sieht ansonsten definitiv mehr nach Fitness-Tracker als nach eleganter Damenuhr aus (Vergleich: Die Vivomove HR ist da wesentlich „unauffälliger“ designt und sieht eher wie eine herkömmliche Uhr aus), ist aber dennoch nicht zu globig oder gar störend.

Die Frage aller Fragen: Wofür möchte ich einen Fitness-Tracker?

Wer sich eine Fitnessuhr anschafft, muss sich immer fragen: wofür brauche ich so etwas? Bin ich sportlich ambitioniert, laufe regelmäßig, mache vielleicht sogar Triathlon oder andere Sportarten sehr regelmäßig? Oder möchte ich einfach einen Überblick über meine Bewegung im Alltag, meinen Schlafrhythmus und meine Pulsfrequenz erhalten und mich dadurch vielleicht zu einem gesünderen Lifestyle motivieren? Für mich gilt eher Letzteres. Und genau dafür  (und noch viel mehr) ist die GARMIN Vivoactive 4S perfekt geeignet.

Seit ich mit Mathilda nicht mehr täglich stundenlang spazieren gehe, weil sie weder in der Trage noch im Kinderwagen oder Buggy sein möchte, hat sich meine Schrittzahl am Tag mehr als halbiert. Das viele Sitzen vor dem PC und die mangelnde Zeit für Fitnessstudiobesuche haben dazu geführt, dass ich mich insgesamt deutlich weniger bewege als noch vor zwei Jahren. Ich würde mich gerne dazu motivieren, wieder mehr Strecken zu Fuß zu gehen. Zudem interessiert es mich sehr, wie oft ich nachts wirklich wach bin (Mathilda schläft direkt bei/neben mir) und wie es generell um meine Energiereserven bestellt ist. Der Zyklustracker reizt mich, weil ich nicht mit einem regelmäßigen Zyklus gesegnet bin und gerne für die Termine beim Frauenarzt einen Überblick haben will, wann denn nun mal irgendetwas los war und welche Symptome ich wann hatte. Auch die Trainingsanleitungen finde ich spannend und auf meinen Vibrationswecker am Handgelenk möchte ich auch nie wieder verzichten. Einfach so praktisch, wenn das Kind (oder der Partner) neben einem im Bett noch schläft, man selbst aber geweckt werden möchte.

Was kann die GARMIN Vivoactive 4S?

Mit dem Vivoactive 4 habt Ihr einen Fitness-Tracker, der kaum Wünsche offen lässt. Mit seiner Fülle an Ausstattung übertrifft er selbst den schon sehr gut bestückten Vorgänger Vivoactive 3. Auch bei der Messgenauigkeit hat Garmin noch eine Schippe drauf gelegt. Neue Sensoren und die neu hinzugekommene Pulse-Ox-Funktion, die den Sauerstoffgehalt im Blut während des Schlafes misst sowie der Index der „Body Battery“ geben Euch Empfehlungen bezüglich des Stresslevels, der Herzfrequenz oder Schlafqualität. Weiterhin könnt Ihr manuell Euren Wasserkonsum tracken und einen Zykluskalender führen. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit der Kalorienzähler-App MyFitnessPal, sodass Ihr Kalorienbedarf und –verbrauch aufeinander abstimmen könnt.

   

Sportlich gibt es nun sogar detaillierte Anleitungen für viele Übungen in Sachen Fitness, Entspannung und Flexibilität. Ihr könnt sogar zusätzliche Apps auf das Gerät laden und Euch Kraftübungen, egal ob mit oder ohne Equipment, detailliert und mit bewegten Bildern auf der Uhr anzeigen lassen.  Anhand des Bewegungsmusters erkennt die Uhr sogar automatisch, ob Ihr einen Powerwalk macht, mit dem Fahrrad fahrt oder auf dem Crosstrainer trainiert. Beim Krafttraining werden sogar die einzelnen Wiederholungen mitgezählt. Für ambitionierte Läufer bietet die Uhr zudem motivierende Streckenansagen und spezielle Trainings-Programme zur Verbesserung von Schnelligkeit oder Distanz.

Die GARMIN Vivoactive 4S im Alltagstest

Angezogen und los! Die Inbetriebnahme der Uhr dauert nach dem ersten Aufladen nur wenige Minuten. Gekoppelt mit der Garmin App lassen sich individuelle Displaydesigns einstellen, Apps auf das Gerät laden und generell fast alle Einstellungen auch via Smartphone anpassen. Dann kann es losgehen.

Der Schlafrhythmus in der ersten Nacht wurde verlässlich aufgezeichnet. Insgesamt schneidet die Uhr hier sehr gut ab. Manchmal erkennt sie Wachphasen jedoch nicht punktgenau, wenn der Puls weiterhin niedrig bleibt. So bin ich beispielsweise einmal „im Halbschlaf“ in die Küche gegangen, um Mathilda etwas zu trinken zu holen, die Uhr hat dies jedoch nicht als Wachphase erkannt. Insgesamt erscheinen mir die verschiedenen Schlafstadien aber plausibel, weshalb ich die Messung als zuverlässig bezeichnen würde. EDIT: Im Verlauf der Testphase gab es noch zwei oder drei Mal „Ausfälle“ beim Schlaftracking und die Uhr zeigte eine durchgängige Tiefschlafphase an.

Bezüglich der Trainingsapps war ich zunächst überfordert von der riesigen Auswahl an möglichen Trainings. Ob Bauch, Beine, Po oder knallhartes Zirkeltraining bis hin zu Yoga ist hier wirklich fast alles drin. Ich persönlich brauche keine Anleitung mehr, wenn ich mit Gewichten ein freies Training mache. Generell finde ich die Option aber super, für alle, die gerne „Ansagen“ beim Training haben oder neue Inspiration für zusätzliche Übungen möchten. Die Übungen werden wirklich gut erklärt und bebildert, sodass sie sich einfach nachmachen lassen.

Die automatische Erkennung von Aktivitäten anhand von Puls und Bewegungsmuster erkannte die GARMIN Vivoactive 4S bei mir zuverlässig. Nach 5-10 Minuten erkannte die Uhr meine Runde auf dem Crosstrainer und den strammen Spaziergang. Meine Jumping-Fitness Trainings startete und beendete ich manuell und ordnete sie als „Cardiotraining“ ein. Hier fand ich es besonders interessant, die Herzfrequenz auch während des Trainings im Blick zu haben. Mein Puls lag teilweise bei 190 Schlägen pro Minute. Wow. Wirklich entscheidend für das eigene Fitnesslevel ist beim Intervalltraining jedoch, wie schnell der Puls wieder in den Normalbereich gelangt. Auch das lässt sich ohne weiteres auf die Uhr tippen in Echtzeit auf dem Display beobachten. Selbstverständlich werden alle Daten hinterher als Protokolle gespeichert und sind teils über die Uhr direkt, teils in der Smartphone App ablesbar. So könnt Ihr hier auch einen Wochenüberblick bekommen und seht, wie aktiv Ihr die letzten Tage, Wochen oder sogar Monate wart.

Fazit zur GARMIN Vivoactive 4S

Mein Fazit fällt größtenteils positiv aus. Insgesamt bietet die Vivoactive 4S alles, was ich mir von einem allround Tracker wünsche. Sie zeichnet Strecken verlässlich auf der Karte auf, misst Schritte sehr exakt und auch die Herzfrequenz sowie Atmung und Blutsauerstoff sind ziemlich präzise. Auch die Zusatzfunktionen wie den Laufcoach, Übungsinspirationen in sämtlichen Bereichen von Yoga bis HIIT mit bebilderten und gut erklärten Übungen runden das Profil der Vivoactive 4S ab. Kleine Abzüge gibt es wegen der (bei mir) mehrfach nicht korrekten Aufzeichnung der Schlafphasen, weil ich das von GARMIN so einfach nicht gewohnt bin. Richtig interessant finde ich noch, dass man auch bei dieser Uhr wieder seinen MyFitnessPal Account mit GarminConnect verbinden kann. So werden aufgenommene Kalorien gezählt und die Uhr gleicht diese mit dem Kalorienverbrauch ab und gibt Verbesserungsvorschläge. Diese Funktion habe ich selbst allerdings nicht getestet, weil ich keine Kalorien zähle.Insgesamt finde ich, ist die GARMIN Vivoactive 4S ein super Tracker für den Alltag und für alle, die einen guten Überblick über ihre Fitness, ihr Stresslevel und ihre tägliche körperliche Aktivität erhalten möchten.

   

Die Bilder zeigen die Display-Darstellung: links und rechts aktiviertes (beleuchtetes) Display, Mitte unbeleuchtet

Pro:

Display auch bei Sonne sehr gut ablesbar
Puls auch ohne antippen der Uhr ablesbar (während eines Trainings sehr praktisch)
Design auch für schmale Handgelenke
Anzeige auch ohne Auftippen stets ablesbar
Individualisierbar durch Apps
Lange Akkulaufzeit (bei mir im Schnitt 5-6 Tage bei Dauernutzung)
Robust (Silikonarmband, wasserfest)
Zyklustracker – super praktisch

Contra:

Schlaftracking nicht 100% korrekt
Musikkopplung mit Spotify funktionierte bei mir nicht
Kraftübungen (je nach Übung) wurden nicht korrekt gezählt (z.B. Liegestütze)

Ich hoffe, mein Testbericht hat Euch einen guten Überblick über GARMINs Allround Tracker gegeben. Wenn Ihr Fragen habt, schreibt sie mir gerne in die Kommentare oder sprecht mich vie Instagram an 😉

Nutzt Ihr auch einen Fitness-Tracker? Welche Funktionen sind Euch hier besonders wichtig?

3 comments

Antworten

Liebe Hannah,

da ich nun bereits auf vielen Seiten gelesen habe, dass die Akkulaufzeit bei der Vivoactive 4S sehr schlecht sein soll, würde ich hierzu gern deine Erfahrungen hören. Es gab Berichte, dass die Batterie nichtmal 1-2 Tage hält, obwohl nicht unnötig viele Funktionen gleichzeit liefen.

Ich freue mich über eine Rüclmeldung von dir.

Herzliche Grüße
Pia

Antworten

Hallo Pia,

das kommt immer darauf an, wie DU sie nutzt. Ob Du beispielsweise viel GPS nutzt oder die Trainingsanleitung nutzt etc. Ich nutze nur den Wecker und ca. 1-2 Mal pro Tag für max. 1 Stunde die GPS Funktion (um Radfahren zu tracken). Der Akku hält bei mir so circa 4 Tage.

Ich hoffe, das hilft Dir etwas weiter.

LG

Antworten

Hallo, danke für die Vorstellung. Ich suche schon lange einen Fitness-Tracker, der auch noch gut aussieht. Dieser hier steht bei mir ganz hoch im Kurs. Nach deinem Bericht werde ich ihn mir jetzt wohl kaufen. Danke für den Bericht!

Grüße
Zara

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