*Werbung

Bei der Frage nach der Präferenz einer Babyschale oder eines Kindersitzes würden vermutlich alle Eltern antworten, dass ihnen die Sicherheit des Kindes am Wichtigsten ist. Warum sich trotzdem heute noch die meisten Eltern dafür entscheiden, ihr Kind nach dem – ich nenne es einmal Babyschalen-Alter – vorwärts gerichtet fahren zu lassen, ist mir schleierhaft. Ich gehe aber davon aus, dass einfach noch nicht genug Wissen über das rückwärtsgerichtete Fahren vorhanden ist und bezüglich einiger Punkte noch Unsicherheit herrscht. Deshalb möchte ich Euch heute einige Fakten aufzählen und Gründe nennen, warum Reboarder Euer Sitz der Wahl sein sollten. Und das bis zum 4. Lebensjahr!

Warum Reboarder sicherer sind

Dass rückwärtsgerichtetes Fahren sicherer ist, ist kein Geheimnis. In Bus oder Bahn gilt das ebenso wie beim Autofahren. Die Gründe dafür sind einleuchtend: bei einem Frontalaufprall wirken immense Kräfte auf die Insassen. Unangeschnallt, z.B. im öffentlichen Bus, würde man bei einem Aufprall durch die Gegend fliegen und sich mit ziemlicher Sicherheit leicht bis schwer, in gravierenden Fällen sogar tödlich, verletzen. Im PKW ist es so, dass ein Frontalaufprall wesentlich heftiger ist als ein Heckaufprall, was besonders daran liegt, dass beim Heckaufprall geringere Kräfte wirken (weil oftmals ein langsames Fahrzeug auf ein stehendes Fahrzeug trifft).

Abgesehen von den physikalischen Kräften ist die Anatomie von Babys und Kleinkindern der ausschlaggebende Punkt. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper bei Babys und Kleinkindern deutlich größer und schwerer als bei Erwachsenen. Außerdem haben Babys und Kleinkinder noch keine ausreichend starke Nackenmuskulatur, weshalb sie ihren schweren Kopf nicht ausreichend halten können. Für Babys bis 9kg sind rückwärtsgerichtete Babschalen und Sitze daher vorgeschrieben. Aus Sicht der Unfallforschung wäre jedoch rückwärtsgerichtetes Fahren bis zum 3. oder sogar 4. Lebensjahr die sicherere Variante.

Dieses Viedeo fasst noch einmal anschaulich zusammen, warum Reaboarder der Kindersitz Eurer Wahl sein sollten:

Gängige Gerüchte über Reboarder Kindersitze

Meinem Kind wird beim Rückwärtsfahren bestimmt schlecht

Das kann passieren, ist aber unwahrscheinlich. Habt Ihr schon einmal mit Eurem Kind auf dem Spielplatz in so einem Drehteil gesessen? Mir wird da nach wenigen Sekunden super schwindelig und schlecht. Mathilda hingegen dreht sich minutenlang im Kreis, hat einen riesen Spaß und ist quietschvergnügt. Ebenso beim Schaukeln. Kinder nehmen einfach weniger visuelle Information über die Augen wahr, weshalb ihnen weniger schnell übel wird. So auch beim Autofahren. Trotzdem ist es von Vorteil, wenn Kinder nach dem Babyschalenalter in einen (Reboarder-)Sitz wechseln, der eine leicht erhöhte Position hat. So sitzen sie etwas aufrechter und höher, können aus dem Fenster schauen und sehen einfach mehr. Oftmals sind sie dann entspannter (weil nicht mehr so gelangweilt) und nur wenigen Kindern wird durch das Rückwärtsfahren schlecht. Warum Reboarder trotzdem oft aus diesem Grund abgelehnt werden, kann ich mir nur dadurch erklären, dass wir Erwachsenen eben selbst nicht gern rückwärtsfahren und diese Abneigung dann auf unsere Kinder projizieren.

warum reboarderDa gibt es ja kaum Beinfreiheit

Das ist richtig. Warum Reboarder vergleichsweise wenig Beinfreiheit bieten, liegt auf der Hand: die Beine baumeln nicht wie beim vorwärts gerichteten Fahren nach unten sondern stoßen gegen die Rückbank. Bei Reboardern sitzen die Kinder deshalb oft mit leicht angewinkelten Beinen oder sie legen sie seitlich ab. Manche sitzen auch im leichten Schneidersitz. Das ist ganz normal und für die Kleinen gar nicht mal unbequem. Je nach Modell und PKS-Größe gibt es Reboarder mit mehr oder weniger Abstand zur Rückbank. Hier heißt es: Ausprobieren und zur Probe einbauen lassen.

Lösungen für typische Reboarder-Problemchen

Damit das Kind Mama und/oder Papa auch sehen kann, gibt es spezielle Rückspiegel, die ander Rückbank angebracht werden. So kann auch derjenige, der am Steuer sitzt sehen, ob das Kind z.B. schon schläft, gerade den Schnuller ausgespuckt hat oder was genau hinten los ist.

Zum Schonen der Rückenlehne (z.B. bei dreckigen Schuhen) gibt es Kunststöffbezüge, die man ganz einfach montieren kann, sodass die Rückenlehne geschont wird.

Unsere Wahl – Der Britax Römer Dualfix m i-size

Wir haben in beiden Autos mittlerweile auf den Reboarder gewechselt. Da wir unterschiedlich große Autos fahren und nicht jeder Sitz in jedes Auto passt, haben wir zwei verschiedene Reboarder Modelle. Eines davon ist der Britax Römer Dual Fix M i-size. Lasst Euch bitte unbedingt beraten, bevir Ihr einfach einen Sitz online ordert. Idealerweise gibt es ein gutes Fachgeschäft (z.B. die Zwergperten) bei Euch in der Nähe. Die großen Babymärkte sind auf dem Gebiet leider nicht immer die Besten. Falls Ihr Euch für einen Onlinekauf entscheidet, findet Ihr z.B. auf kidsroom.de auch unseren Sitz und weitere tolle Reboarder.

Der Britax Römer Dualfix M i-size ist ein Folgesitz für das Alter von 3 Monaten bis 4 Jahren und für Kinder mit einer Größe von 61cm bis 105cm mit einem maximalen Gewicht von 18kg. Ab einer Größe von 76cm dürfte das Kind theoretisch auch vorwärtsgerichtet fahren. Der Sitz ist um 360Grad drehbar, was besonders das Ein- und Aussteigen sowie das Anschnallen erleichtert.

Falls Ihr Euch ebenfalls für diesen Sitz interessiert, bietet das folgende Video einen guten Überblick:

Warum wir uns für diesen Sitz entschieden haben

Warum Reboarder für uns die einzige Wahl waren, habe ich bereits eingangs erklärt. Nun gibt es da natürlich viele Modelle und die Auswahl ist nicht gerade leicht. Für den Britax Römer Dualfix m i-size haben wir uns besonders wegen der Drehfunktion entschieden. Ich will Mathilda einfach ganz korrekt anschnallen. Das bedeutet: richtig, gerade und fest! Bei einem nicht drehbaren Sitz muss man in der Regel die Gurte seitlich, also in Richtung der Rückbank, festziehen. Dabei kann man ganz einfach nicht SO fest ziehen, als wenn man zu sich zum Körper zieht. Außerdem ist es einfach leichter, das Kind ganz gerade im Sitz zu platzieren, wenn er frontal zu einem gedreht ist.

warum reboarder

Grund Nummer zwei war, dass der Britax Römer Dualfix m i-size vergleichsweise groß ist und Mathilda darin lange sitzen können wird.

Grund Nummer drei, der für den Sitz sprach, waren die 12 einstellbaren Liegepositionen. So kann unsere Kleine ganz bequem fahren und ein nach vorne Kippen des Kopfes wenn sie tief schläft ist so gut wie ausgeschlossen.

Grund Nummer 4 – und diesen hätte ich eigentlich als erstes nenen sollen – ist die Sicherheit. Warum Reboarder einfach sicherer sind, habe ich eingangs ja erklärt. Wie viele Sitze entspricht der Britax der aktuellen Norm ECE R129 (i-Size). Aber er bietet noch etwas mehr: zum Beispiel den optimierten Seitenaufprallschutz SICT inside. Dieses spezielle Stahlelement sorgt dafür, dass auch ein Seitenaufprall bestmöglich abgefedert wird.  Das patentierte Pivot Link ISOFIX System sorgt ebenfalls für maximale Sicherheit bei einem (hoffentlich nie passierenden) Unfall.

Schluss mit Fakten und Zahlen – wie hat der Sitz in unserem Alltagstest abgeschnitten?

Sehr gut! Ich bin wirklich absolut zufrieden mit unserem Reboarder und habe (fast) nichts auszusetzen. Das An- und Abschnallen ist super easy. Der Sitz lässt sich (anders als unser Zweitsitz) sogar in der Liegeposition drehen. Das macht es noch bequemer weil man die favorisierte Position nicht verändern muss, wenn man nicht will. Unsere Kleine sitzt im Sitz super bequem und gerne. Sie kann aus dem Fenster schauen oder auch schlafen.

Hier kommt mein einziger klitzekleiner Kritikpunkt: Der Reboarder hat im Kopfbereich sehr viel Spiel, ist also recht flach gestaltet. Dieses Problem, wenn es für jemanden eins sein sollte, lässt sich aber easypeasy aus der Welt schaffen, weil es spezielle Kopfpolster gibt, die dann bestens geeignet sind, um sich anzulehnen und zu schlafen.

In Punkto Sicherheit kann ich Gott sei Dank nichts sagen, da der Sitz bei uns noch keinen Unfall mitmachen muss. Ich vertraue aber darauf, dass er bestens schützt und bete, dass wir das nie wirklich testen müssen. Überaus praktisch ist außerdem der maschinenwaschbare und super einfach abzunehmende Sitzbezug.

In puncto Sicherheit habe ich noch einen Tipp: Man sollte die Kleinen niemals – auch nicht für ganz ganz kurze Strecken – in dicker Winterjacke oder gar Schneeanzug anschnallen. Die Gurte können sich dadurch lockern bzw. man kann sie einfach nicht straff genug und korrekt schließen, was die Sicherheit bei einem Unfall erheblich gefährdet.

Wie ist das bei Euch? Fährt Euer Kind rückwärts oder vorwärts gerichtet? Was haltet Ihr generell von Reboardern? Schreibt es mir gern in die Kommentare, ich freue mich auf den Austausch!

 

*Der Sitz wurde mir zu Testzwecken freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

9 comments

Antworten

Wir haben uns aus den gleichen Gründen für genau diesen Sitz entschieden 🙂 Er machte für mich aber auch den besten Eindruck im Laden!

Antworten

Oh, super! Ja, ich finde auch, dass er super verarbeitet ist und tol aussieht! 🙂

Antworten

Wir haben auch einen Reboarder gekauft… nur bei uns war die Investition für die Katz -.-
Wie schon in der Babyschale (zum Schluss hin) flippt er verlehrt regelrecht aus und hat richtig schlimme Weinanfälle… wir haben alles versucht (essen, spielen, HAndy, singen…) nichts nutze 😭 also wir den sitz nach vor gedreht haben: keinen mucks mehr und er ist der bravste auto fahrer. Leider find ich dies vom Sicherheitsaspekt gar nicht gut… wohlbefinden ist leider auch wichtig & deshalb meiden wir halt längere und öfters auto fahren.

Darf ich noch fragen was euer Zweitsitz für einer ist?

Glg aus Ö

Antworten

Oh, nein, wie ärgerlich! Sowas kann natürlich passieren. Wenn es wirklich aus diesem Grund nur Geschrei gibt, ist es natürlich praktisch, wenn man einen hat, den man auch vorwärtsgerichtet verwenden kann. Aber wer weiß, vielleicht gewöhnt er sich doch noch irgendwann daran oder es macht auf einmal „klick“ bei ihm. Unser Zweitsitz ist der Cybex Sirona s i-size.
Lieben Gruß

Antworten

Perfekter Zeitpunkt! Wir lassen uns morgen beraten und ich schaue mir diesen Sitz genauer an. Die Gründe sprechen dafür!
Vielen Dank für den tollen Beitrag!

Antworten

Oh, toll! Bin gespannt, für welchen Sitz Ihr Euch dann entscheidet 🙂

Antworten

Toller Blogpost! Ich bin definitiv PRO Reboarder! Vor allem wegen der Sicherheit. Wir werden auch einen kaufen, wenn die Babyschale zu klein ist.
Was man zu der Beinfreiheit noch ergänzen kann: beim Vorwärtsfahren haben die Kinder zwar mehr Beinfreiheit, die Beine baumeln aber die ganze Zeit in der Luft. Ist auch kein Vorteil, da das sehr unbequem werden kann. Der Sitz schneidet in die Kniekehlen ein, was die Durchblutung stört. Das Problem kennen Erwachsene nicht, weil bei uns die Füße ja immer bis auf den Boden reichen. 😊

Antworten

Super! Danke für Deine Ergänzung, das ist absolut richtig!

Antworten

Hallo,
was für ein toller uns ausführlicher Bericht! Ich bin zwar schon lange von Reboardern überzeugt, aber hoffentlich wurde der ein oder andere Leser dadurch überzeugt.
Ich werde auch immer mit vermeintlichen Argumenten gegen Reboardern konfrontiert und habe diese mal mit meiner Antwort niedergeschrieben: https://reboarder-kindersitze.org/blog/was-vermeintlich-gegen-reboarder-spricht/
Vielleicht überzeugt das jetzt noch mal mehr Mamas und Papas… Wäre schön.

Grüße
Stefan

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *

*