Angi und ihr Mann haben sich aus beruflichen Gründen für ein Leben fernab ihrer eigentlichen Heimatorte entschieden. Als im November 2017 ihr Sohn zur Welt kam, musste vor allem Angi feststellen, wie schwierig es manchmal ist, wenn keine Familie in der Nähe ist, die ab und zu helfen könnte oder einfach auf einen Besuch vorbeikommt. Im heutigen Gastartikel dürften sich daher besonders jene wiederfinden, die in ähnlichen Situationen sind und die Einsamkeit und fehlende Hilfe im Mami-Alltag auch schon  erlebt haben. Viel Spaß beim Lesen!

Wo ist die helfende Hand?

Bevor wir Eltern wurden, haben wir uns gar keine Gedanken darüber gemacht, wie sehr einem die eigenen Eltern fehlen können. Doch seit etwa 8 Monaten denken wir anders darüber, denn die Unterstützung, die helfende Hand, als frisch gebackene Eltern fehlt schlichtweg.

Ich rede von Oma und Opa, von Tante und Onkel, von unseren Eltern, unseren Geschwistern, die uns ab und zu das ein oder andere abnehmen könnten. Helfen, wenn man todmüde von den anstrengenden Nächten ist, Grippe hat (ich war eine Woche nach der Geburt total erkältet), wenn die Wohnung wieder auf Vordermann gebracht werden muss, man selber mal einen Arztbesuch wahrnehmen muss, zum Sport möchte oder einfach nur der Magen knurrt, aber keine Zeit findet, etwas zu kochen. Vor allem zu Beginn des Elternseins, war Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäsche waschen schon eine riesen Herausforderung. Geschweige denn zusätzlich noch das Stillen und das Baby zum Schlafen zu ein bekommen, um selber etwas Kraft für die Nächte zu sammeln. Hier hätte ich ab und zu Hilfe benötigen können. Ganz zu schweigen von dem Alleinsein.

Knapp zwei Wochen nach der Entbindung musste mein Mann wieder beruflich weg und der Alltag machte sich breit – wenn ich hier von Alltag bei mir sprechen kann, denn eigentlich war ich noch Mitten im Wochenbett. Aber da ich eine eher aktivere Person bin, saß ich dort, alleine mit einem kleinen Wesen. Draußen war es kalt und regnerisch. „Was mache ich nun mit dir?“, dachte ich. Alle Freunde waren natürlich arbeiten. Die Freunde, die Kinder haben, wohnen in meiner Heimat, knapp 400km entfernt, und meine Schwägerin, die ebenfalls ein Baby hat, wohnt auch nicht eben um die Ecke.

Manchmal war ich sehr einsam.

Zwar hatte ich den Kleinen, aber außer Windeln wechseln, stillen und schlafen konnte man ja noch nicht viel mit ihm anfangen. Gut, dass ich neben meiner Rückbildung mich noch für zwei weitere Baby-Kurse angemeldet habe. So kann man sich etwas über seine „Wehwehchen“ austauschen und vor allem Kontakte knüpfen. Solche Kurse kann ich jedem, nur ans Herz legen.

Meine persönlichen Termine muss ich leider immer nach Rücksprache mit meinem Mann, ausmachen. Ich nehme den Kleinen schon viel mit, z.B. zum Sport, zum Einkaufen oder zum Shoppen. Dennoch möchte man ja manchmal auch einfach ein paar Minuten für sich haben. So muss er jedes Mal früher von der Arbeit nach Hause kommen, oder später beginnen. Ihm macht das nichts aus, aber mir. Ich fühle mich abhängig von ihm. Aber es geht nicht anders, da eben niemand hier vor Ort ist, der mir den Kleinen für kurze Zeit abnehmen kann.

Auch wenn jede noch so Kleinigkeit zu einer großen Herausforderung wird, klappt es dann doch irgendwie. Es ist manchmal sehr anstrengend, es benötigt viele Absprachen, aber umso schöner ist es, nach längerer Zeit wieder seine Mutter/Schwiegermutter in die Arme zu schließen und ihr Strahlen im Gesicht zu sehen. Und dann können wir als Paar etwas gemeinsam unternehmen und entspannen, auch wenn die Zeit absehbar ist. Natürlich macht es einen traurig, dass die Großeltern ihren Enkel nicht richtig aufwachsen sehen. Dennoch können wir dankbar dafür sein, dass wir fitte Mütter und viele Geschwister haben, dass es heutzutage so einfach ist, von A nach B zu kommen und die moderne Technologie es uns möglich macht, zu jeder Zeit zu telefonieren oder sich sogar über Facetime zusehen.

Doch trotz der großen Entfernung zu unseren Familien haben wir gelernt, uns auf die Positiven Dinge zu konzentrieren. Wir haben es uns trotz Baby nicht nehmen lassen gemeinsam essen zu gehen, Sport zu treiben oder Shoppen zu gehen. All dies machen wir nun eben zu dritt. Was uns sehr viel Freude bereitet.

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