Etwas über zwei Wochen ist sie nun bei uns. Unsere kleine Motte. Seither dreht sich alles um sie. Mathilda bestimmt, wie viel Schlaf wir bekommen, wann wir das Haus verlassen können, wann Kuschelzeit ist. Meine Hebamme sagt „Sie sind der Chef“. Momentan fühlt es sich aber ehrlich gesagt ganz und gar nicht so an und das ist völlig okay so.

Die Bilder in diesem Post sind wenige Tage vor ihrer Geburt entstanden. Es sind die letzten Bilder aus meiner Schwangerschaft, von der ich mich noch immer nicht so recht verabschiedet habe, obwohl ich mich Wochen lang darauf gefreut hatte, endlich keinen Bauch mehr zu haben und mich nicht mehr wie eine unbewegliche Seekuh zu fühlen. Ich freute mich auf unser Babygirl aber auch darauf, meinen Körper dann wieder alleine zu bewohnen und keine teils schmerzhaften Tritte mehr zu spüren und mich so hinsetzen zu können, wie ich möchte, ohne, dass mir irgendetwas wehtut. Nun vermisse ich all das schmerzlich und kann noch nicht so recht begreifen, dass sie nun auf meiner Brust liegt und schläft. Unser kleines Wunder. Viel zu früh aus meinem Bauch herausgerissen und trotzdem so unglaublich tapfer und stark.

 

Gedanken im Wochenbett

Puuuh, das Wochenbett hat seinen Namen wirklich verdient. Bei mir ist es eher ein Wochen-Sofa. Ich verbringe viel Zeit auf der Couch, was hauptsächlich daran liegt, dass Mathilda fast nur auf meiner Brust schläft. Im Bett ist sie unruhig und auch im Kinderwagen mag sie nicht immer (ein)schlafen. Außerdem bin ich durch die schlaflosen Nächte wirklich K.O., weshalb ich froh bin, tagsüber nicht viel tun zu müssen. Allerdings plagt mich auch das schlechte Gewissen. Normalerweise bin ich immer auf Achse. Beim Sport, am Lernen oder Arbeiten oder anderweitig unterwegs. Stillstand belastet mich. Das schlechte Gewissen ist eigentlich unbegründet, denn immerhin versorge ich 24h am Tag unser Baby und wenn zwischendurch mal Zeit ist und ich sie ablegen kann, versuche ich auch, den Haushalt zu erledigen. Mittagsschlaf mache ich so gut wie nie obwohl ich diesen bitter nötig hätte. Ich hoffe, das wird besser. Momentan drehen sich meine Gedanken jedoch dauernd um Stillen, Milchmenge, Windeln und Rückbildung.

Problemchen

Richtige Probleme haben wir nicht. Mathilda ist so ein liebes Baby und weint eigentlich kaum. Nur, wenn sie Bauchweh hat, weil ihr ein Pups quer sitzt, weint sie herzzerreißend. Ansonsten quengelt sie nur ab und zu. Ein „Problemchen“, was ich in ein bis zwei Wochen angehen möchte, ist das Stillen. Momentan pumpe ich noch ab, da ich im Krankenhaus wegen der Bestrahlung damit anfangen musste, da ich Mathilda nicht aus ihrem Bett herausnehmen durfte. Zudem soll ich es ihr laut meiner Hebamme mit dem Zunehmen so leicht wie möglich machen. Zumindest so lange, bis sie ein einigermaßen stabiles Gewicht erreicht hat. Aber das Abpumpen nervt mich sehr und ich hoffe, dass Mathilda in ein paar Wochen auch an meiner Brust richtig satt wird. Unser „Schlafproblem“, dass die Kleine nicht in Rückenlage im Bett schläft, kriegen wir auch hoffentlich noch in den Griff.

Dankbarkeit

Ein Gefühl, dass die letzten Wochen prägte war definitiv Dankbarkeit. Ich bin dankbar, dass wir beide leben und gesund sind. Wenn sich meine Plazenta nachts gelöst hätte, ich die Blutungen erst wenige Stunden später bemerkt hätte…es wäre wohl für uns beide zu spät gewesen. Deshalb bin ich wahnsinnig dankbar, dass alles dann doch irgendwie „Glück im Unglück“ war, auch, wenn es mir momentan noch sehr schwer fällt, dem Notkaiserschnitt und dem ganzen Drumherum irgendetwas Positives abzugewinnen. Unglaublich dankbar bin ich auch für den Mann an meiner Seite. Ohne ihn wäre ich sowohl im Krankenhaus als auch hier zuhause aufgeschmissen gewesen. Er fütterte mich, pflegte mich und kümmerte sich um sämtlichen Papierkram. Er trocknet meine Tränen, die zeitweise einfach so aus dem Nichts kommen und er kümmert sich so unfassbar rührend um Mathilda, als hätte er seit Jahren auf die Vaterrolle hin trainiert. Letztes Jahr um diese Zeit waren wir gerade wenige Monate ein Paar und nun sind wir eine Ohana, eine Familie, und nichts könnte sich schöner anfühlen. Dafür bin ich dankbar.

Wünsche

Zur Zeit haben wir keinen Rhythmus, keine Routine und keine Planung. Alles dreht sich um Stillmahlzeiten und Schlaf. Ich wünsche mir, dass sich in einigen Wochen eine Art Routine einspielt und wir besser unseren Tagesablauf planen können. Ich wünsche mir, dass meine Kaiserschnittnarbe weiter gut verheilt und ich bald wieder sportlich aktiv werden kann weil mir die Bewegung wirklich sehr fehlt. Ich wünsche mir, dass unsere kleine Motte weiter gut zunimmt, gesund bleibt und sich bei uns pudelwohl fühlt. Zur Zeit habe ich außerdem wieder unglaublich starkes Fernweh nach Hawaii. Ich wünsche mir, dass wir eines Tages zu dritt die Inseln erkunden, die Berge erklimmen und Mathilda unsere Lieblingsplätze aus unserem ersten gemeinsamen Urlaub zeigen können. Und zu guter Letzt wünsche ich mir mehr Schlaf. Mehr Nachtruhe, damit ich mehr Energie habe, um neben 24h Mamisein auch noch andere Dinge unterzubringen.

Worauf ich mich freue

Ich freue mich darauf, dieses Jahr zum ersten Mal Weihnachten mit meiner eigenen kleinen Familie zu feiern. Ich freue mich auf Spaziergänge mit Kinderwagen, Weihnachtsmarktbesuche und einen neuen „Alltag“ mit Baby. Ich kann es mir noch kaum vorstellen, ab sofort immer zu dritt zu sein. Aber ich freue mich wahnsinnig auf unsere erste Reise zu dritt. In absehbarer Zeit freue ich mich darauf, endlich wieder Sport machen zu können, auch, wenn ich damit erst langsam anfangen werde. Und ich freue mich darauf, wenn wir endlich in eine 56er Größe passen und nicht mehr sogar die 50 zig Mal umkrempeln müssen, haha 🙂

So viel zu uns und zu unseren ersten Wochen als Ohana. Ich halte Euch gerne weiter auf dem Laufenden, wenn es Euch interessiert. Schreibt mir gerne in die Kommentare, welche Themen Euch besonders interessieren 🙂

 

3 comments

Antworten

Warum ist pumpen besser als stillen? Und warum kannst Du nicht beides machen?

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Keiner hat gesagt, dass das eine besser ist als das andere. Ich persönlich mag aber nicht dauerhaft pumpen. Derzeit muss ich noch abpumpen und mit der Flasche füttern, da ich sicher gehen muss, dass sie genug bekommt, was sie an der Brust derzeit noch nicht schafft. Sie bekommt jetzt aber zweimal pro Tag die Brust und in ein paar Wochen können wir hoffentlich komplett auf die Brust umstellen.

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Versuche dir nicht so viele Gedanken zu machen, leichter gesagt als getan 🙊 so bin ich nämlich auch und in Ratschläge geben ganz groß 🙈 aber Alles kommt zu seiner Zeit, auch das mit dem Sport. Genieße dir Zeit, Sie vergeht so schnell und dann denkst du, ach würde Sie doch wieder auf meiner Brust schlafen 😉 und hör auf deinen Körper-wenn er Mittagschlaf braucht, dann gönn ihm das auch. Und den Haushalt machst du dann halt am WE, wenn die Kleine auf seiner Brust schläft

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